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5. Sept. 2026
Cathy Engelbert hinterlässt eine größere WNBA – und eine tiefere Spaltung
Cathy Engelberts siebenjährige Amtszeit hat die WNBA finanziell und kommerziell verändert, doch Unruhe unter den Spielerinnen, Kommunikationsversagen und politische Kontroversen haben ihr Vermächtnis komplizierter gemacht.
Cathy Engelberts geplanter Ruhestand markiert einen Wendepunkt für eine WNBA, die reicher, größer und sichtbarer ist als je zuvor – aber auch gespaltener darüber, wer von diesem Wachstum profitiert hat und wie die Liga geführt wurde.
Engelbert, die nach der Saison 2026 zurücktreten wird, hinterlässt eine unbestreitbare Erfolgsgeschichte der Expansion. Unter ihrer Führung wuchs die Liga von 12 Teams auf voraussichtlich 18 bis 2030, die Zuschauerzahlen stiegen stark an, und die WNBA sicherte sich einen Vertrag über Medienrechte im Wert von 3,1 Milliarden Dollar unter Beteiligung von Amazon, Disney und NBC.1 Ein neuer Tarifvertrag erhöhte zudem die Gehaltsobergrenze von 1,5 Millionen auf 7 Millionen Dollar, legte ein Mindestgehalt von 300.000 Dollar fest und führte eine Umsatzbeteiligung ein.
Aus institutioneller Sicht der Liga stellen die Erfolge einen historischen Durchbruch dar. Engelbert sagte, sie habe beobachtet, wie die Spielerinnen „aufblühten und den massiven kulturellen Aufschwung rund um den Frauensport anführten“, während WNBPA-Präsidentin Nneka Ogwumike erklärte, die Spielerinnen hätten endlich ein System erreicht, in dem ihr Wert enger an ihr Gehalt gekoppelt sei.2
Die konservative Kritik erkennt das Wachstum an, weist Engelberts Anspruch auf die alleinige Anerkennung dafür jedoch zurück. Sie argumentiert, dass Caitlin Clarks Popularität einen großen Teil des Aufschwungs der Liga vorangetrieben habe, darunter Charterflüge, mediale Aufmerksamkeit und den Druck auf eine bessere Vergütung. Außerdem stellt sie Engelbert als jemanden dar, der die WNBA übermäßig politisiert habe, und führt deren Engagement für Rassengerechtigkeit sowie den jüngsten Streit über die Teilnahme von Transgender-Personen als Belege dafür an, dass die Liga potenzielle Fans abgeschreckt habe.3 Diese Darstellung ist jedoch stark ideologisch geprägt und behandelt die Positionen der Liga zu sozialer Gerechtigkeit weniger als politische Entscheidungen denn als Beweis für institutionelles Versagen.
Die besser messbare Kritik kam von den Spielerinnen selbst. Napheesa Collier bezeichnete die WNBA als „die schlechteste Führung der Welt“, während Alyssa Thomas Engelbert vorwarf, geschwiegen zu haben, nachdem Spielerinnen Todesdrohungen erhalten hatten.1 Engelbert räumte ein, dass die Kommunikation verbessert werden müsse, doch ihre Erklärung – Spielerinnen würden möglicherweise ihre E-Mails nicht prüfen – unterstrich die Distanz zwischen dem Ligamanagement und seiner zunehmend einflussreichen Belegschaft.1
Engelbert scheidet daher mit einem widersprüchlichen Vermächtnis aus: Sie half, das kommerzielle Fundament der WNBA zu schaffen, hatte aber Schwierigkeiten, das Vertrauen der Spielerinnen zu bewahren, deren Arbeit und Sichtbarkeit diesen Erfolg erst ermöglichten.