Story
15. Okt. 2026

New Yorks Verbot von Pferdekutschen stellt Tierschutz gegen die Lebensgrundlagen der Beschäftigten

New Yorks Vereinbarung, Fahrten mit Pferdekutschen bis 2028 zu beenden, wird als Erfolg für Tierschutz und öffentliche Sicherheit dargestellt. Vertreter der Beschäftigten warnen jedoch, der Übergangsplan könnte Einwandererfamilien und Kleinunternehmer schwer treffen.

New York City ist dabei, eine seiner bekanntesten touristischen Traditionen zu beenden, doch die Vereinbarung legt einen schärferen Konflikt darüber offen, wer die Kosten dieses Wandels tragen wird.

Bürgermeister Zohran Mamdani und die Präsidentin des Stadtrats, Julie Menin, haben sich auf ein Gesetz geeinigt, das den Betrieb von Pferdekutschen ab Juni 2028 verbieten würde. Der Stadtrat soll voraussichtlich in der kommenden Woche über den Gesetzentwurf abstimmen, während die endgültige Position des Bürgermeisters zum derzeitigen Wortlaut der Vorlage unklar bleibt.

Befürworter stellen das Verbot sowohl als Tierschutzmaßnahme als auch als Eingriff im Interesse der öffentlichen Sicherheit dar. Seit 2020 sind mehrere Pferde gestorben, und die Kampagne gewann an Dynamik, nachdem ein 18-jähriger Tourist ums Leben gekommen war, als er aus einer Kutsche geschleudert wurde. Menin bezeichnete die Branche als „zunehmendes Sicherheitsrisiko für die Öffentlichkeit“ und erklärte zugleich, die Stadt könne „unsere städtischen Traditionen in Ehren halten“ und dennoch voranschreiten.

Auch Mammans Position betont die Sicherheit, doch seine Regierung hat sich zudem um die wirtschaftlichen Folgen bemüht. Der Gesetzentwurf würde ein Programm für den Übergang der Beschäftigten schaffen, das Berufsberatung und die Vermittlung von Arbeitsplätzen anbietet. Außerdem würde er Unterstützung bei der Vermittlung neuer Unterkünfte für die Pferde vorschreiben, ohne zu erlauben, dass sie zur Schlachtung oder an Kutschenbetriebe in anderen Regionen verkauft werden.

Dieser Schutz ist jedoch der zentrale Streitpunkt. John Samuelsen, Präsident der Transport Workers Union, sagte, der Gesetzentwurf biete „keine nennenswerte wirtschaftliche Unterstützung für die Beschäftigten“, bezeichnete ihn als „schändlichen politischen Opportunismus“ und warnte, die Lebensgrundlagen von Einwandererfamilien würden zerstört. Der Gesetzentwurf besagt lediglich, dass die Stadt „eine Entschädigung der Kutschenbesitzer für den Wert ihrer Unternehmen in Betracht ziehen“ muss. Damit bleibt unklar, ob die Unterstützung den Verlusten entsprechen wird.

Ein konservatives Medium reduzierte die politische Entwicklung auf Mammadis Erklärung, dass die Kutschen „vor dem Aus stehen“, und betonte die Rolle des Bürgermeisters bei der Schließung der Branche statt die Einzelheiten des Übergangsplans. Dieser Gegensatz bringt die ungelöste Spannung des Gesetzes auf den Punkt: Seine Befürworter sehen darin eine überfällige Korrektur im Interesse der öffentlichen Sicherheit, während Kritiker ein Verbot sehen, das schneller vorangetrieben wird als eine glaubwürdige wirtschaftliche Einigung.